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Luft nach oben

Chancengleichheit ist ein Schwerpunktthema der AG Frauen in Führung (FiF). Logo, denn Frauen stellen zwar über ein Drittel der Sportler*innen in NRW, sind aber in ehren- oder gar hauptamtlichen Positionen sichtbar unterrepräsentiert.  

Autorin: Nicole Jakobs | Fotos: Andrea Bowinkelmann


„Fakt ist: Ein Ball hat kein Geschlecht. Fußball gleich männlich, das ist sozial konstruiert“, erklärt Gitta Axmann. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sportsoziologie und Genderforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln und als festes Mitglied in die AG FiF entsandt. Sie beklagt: „Da Frauen viel zu wenig gesehen werden oder gar sexualisierter Belästigung oder Gewalt ausgesetzt sind, liegen Ressourcen brach. Frauen verlassen den Sport! Es fehlt an Sportlerinnen, aber auch an Trainerinnen oder Kampfrichterinnen.“ Eine Vergeudung von Talent. Dabei wäre die Lösung einfach: Wenn man die Wertigkeit der unterschiedlichen Fähigkeiten herausstellen würde, könnte jede*r sein und ihr Talent einbringen. „Der eine kann das, die andere hingegen das – wir brauchen alle! Aber derzeit suchen wir immer nur nach den gleichen Leuten und lassen Unterschiede nicht zu.“ Chancengleichheit sieht anders aus.


 

Der Ball kennt kein Geschlecht. Diese zwei jungen Mädchen haben eine Leidenschaft: Fußball!


Wenn Marianne Finke-Holtz über Chancengleichheit nachdenkt, hat auch sie Beispiele aus dem Fußball parat: Finke-Holtz ist Vizepräsidentin Verbandsentwicklung und Vorsitzende der Kommission Frauenfußball beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW). Klar, der Fußball habe sich geändert, sagt sie. Vor 70 Jahren sei Frauenfußball nicht denkbar gewesen. Heute spielen Mädchen Fußball. Doch die Voraussetzungen dafür müssen stetig weiter verbessert werden: „Ich wünsche mir, dass Fußballerinnen überall respektiert und anerkannt werden, dass sie keine Nachteile erleben. Dass Mädchen ihren Lieblingssport ausüben können. Was zu tun ist? Wir müssen die Basis stärken. Frauen und Mädchen, die spielen wollen, gibt es. Aber manche Trainer wollen keine Mädchenmannschaft trainieren. Das müssen die Vereine ändern – idealerweise sollte es auch Trainerinnen für die Mädchen und Frauen geben. Und ich möchte keine Diskussionen mehr darüber führen, wer den Trainingsplatz haben darf – die Jungenmannschaft oder die Mädchen. In den Vereinen müssen beide gleichermaßen gesehen werden.“

Eine weitere Perspektive auf Chancengleichheit führt Serpil Kaya, Mitglied der AG FiF seit drei Jahren und Mitarbeiterin des LSB NRW im Kompetenzzentrum Inklusion und Sport, ins Feld. Durch ihre Arbeit beim LSB – besonders mit Frauen mit Migrationshintergrund – versteht sie Chancengleichheit als das Überwinden von Barrieren. Aber ganz so einfach sei es nicht, sagt sie, und formuliert Fragen an den Begriff: „Was sind eigentlich gerechte Chancen und wie hängen diese mit Ungleichheit zusammen?! Ab wann sprechen wir über gelebte Chancengleichheit? Wann ist es gerecht und wer entscheidet darüber?“ Kein leichtes Thema, befindet sie. Aber in Kombination mit Sport findet es Leichtigkeit schlicht über das Tun.

 

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