Sportehrenamt NRW

HOME | Die MeldungenInterview mit Beyza Karaca – MaI

Ein klares „Ja“ für den Vorstandsposten!

Eigentlich sollte dieses Interview mit der lebensfrohen Trainerin Beyza Karaca auf dem Fußballplatz ihres neuen Sportvereins SV Genc Osman Duisburg stattfinden. Doch in Zeiten von Corona musste eine andere Lösung her: Per Videoanruf über WhatsApp brachten wir das Sitzungszimmer im Landessportbund NRW und das frisch gestrichene Jugendzimmer der 18-jährigen Abiturientin mit einer fast konstanten Internetverbindung zusammen. Die erfrischende Art unserer Protagonistin im Monat Mai war auch so deutlich spürbar… 

Interview: Ramona Dziwornu | Fotos: Andrea Bowinkelmann (Head), Laura Stahl


Durch Corona kann leider gerade kein Training auf dem Sportplatz stattfinden. Gemeinsam mit Melike Kurt, ebenfalls Trainerin und auf dem Kalendermotiv zu sehen, müsst ihr Alternativen für eure U 13 Mädchenmannschaft finden. Was macht ihr..?

Wegen Corona versuchen wir jetzt vieles über Videos zu machen. Ich gebe den Mädels Aufgaben beispielweise mit Socken oder Klopapier, das klappt. Über WhatsApp schicke ich die Übungen in die Gruppenchats. Da noch nicht alle 18 Spielerinnen ein Handy haben, leite ich die Infos auch in den ‚Elternchat‘ weiter. Oft bekomme ich auch Aufnahmen zurückgeschickt. 


 

Lockeres Zuspiel: Beyza Karaca hier im Video-Interview mit LSB-Redakteurin Ramona Dziwornu.
(Foto r.): Abschlussbild nach dem Kalender-Shooting mit Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg


 

Sich ehrenamtlich zu engagieren, bedeutet immer auch ein hoher Zeitaufwand und keine zusätzlichen Einnahmen: Wozu dieser Einsatz..?

Ich habe immer schon gerne mitgeholfen, auch als ich selber noch Spielerin bei meinem früheren Verein Rhenania Hamborn in Duisburg war. Nach einem Einsatz beim Familiensporttag, ein großes Fest mit vielen Turnieren, hat mich damals ein Trainer der C-Jugend-Mannschaft angesprochen: ‚Hör mal Beyza, wir wollen eine U 11 Mädchenmannschaft starten, möchtest du die Trainerin werden?‘ Ich habe mich riesig gefreut. Ich war erst 16 Jahre alt und trotzdem hat der Verein mir diese Aufgabe zugetraut. Zunächst hatte ich einige Zweifel, das war damals nicht mein erster Gedanke, eine Trainerin zu werden. Ich habe offen darüber gesprochen und dann einfach angefangen, eine Mannschaft aufzubauen und war glücklich darüber! 

Nach ungefähr zwei Jahren kam dann Melike Kurt mit als Trainerin hinzu. Wie war das für dich?

Wir haben damals in einer Mannschaft gespielt. Die Unterstützung kam genau richtig. Ich hatte aktiv danach gesucht und um Hilfe gebeten. So hatte ich auch etwas mehr Zeit für meinen Führerschein und dem vielen Lernen für das Abi. Wir zwei ergänzen uns super. Melike ist vom Typ her etwas ruhiger im Gegensatz zu mir. Genau richtig für die Mädels. Auch wenn ich mal etwas lauter war, hat sie mich beruhigt. Generell habe ich mich durch meine Tätigkeit als Trainerin entwickelt. Obwohl ich noch relativ jung war, habe ich u. a. gelernt eine Erwachsenenrolle anzunehmen und Verantwortung zu übernehmen. Außerdem bin ich selbstbewusster geworden und kann mich auch gegenüber älteren Trainern anderer Mannschaften durchsetzen. 

Durch den Vereinswechsel Anfang März hast du jetzt wieder die Chance eine neue Mädchenmannschaft aufzubauen. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Aufgaben, die du übernehmen darfst. Was hat sich verändert?

Ich bin jetzt auch als Koordinatorin für die Mädchenmannschaften im Einsatz und darf die volle Unterstützung des Vereins und vor allem durch den Vorstandsvorsitzenden Erkan Üstünay erfahren. Er unterstützt mich sehr und hat wohl einiges mit mir vor. 

Glücksgefühle oder Albtraum: Wie war das gemeinsame Foto-Shooting mit Fußball-Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg im Rahmen der Initiative Ehrenamt?

Natürlich war ich stolz, dass die Nationaltrainerin zu uns gekommen ist und sich viel Zeit genommen hat. Witzig war allerdings, dass die Mädels zunächst keine Ahnung hatten, wer Martina Voss-Tecklenburg eigentlich ist. Jürgen Klopp kennt irgendwie jeder, über die Fußball-Nationaltrainerin mussten sich die Mädels aber erstmal schlau machen. Über die zahlreichen Autogramme und kleinen Dribblings mit dem Profi hat sich die Mannschaft riesig gefreut. Alle Mädels haben sehnsüchtig darauf gewartet, den Kalender umzublättern. Solche Aktionen sind super wichtig, damit der Frauenfußball und auch Sportlerinnen noch bekannter werden. 

Zukunfts-Szenario: Du wirst in einigen Jahren gefragt, ob du den Vorstandsposten eures Vereins übernehmen möchtet: Klares Ja oder doch eher Nein

Wenn es zeitlich passt, auf jeden Fall ein klares Ja! Ich würde gerne für den Verein sprechen wollen, vielleicht sogar einige Dinge verändern. Als Vorstandsmitglied wäre das möglich…

 

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