Sie haben die ersten inklusiven Sport-Lehrgänge ins Leben gerufen, waren bei den Olympischen Spielen 1972 involviert, haben nach der Wende deutsch-deutsche Mannschaften geleitet oder waren einfach von Anfang an dabei.

Sie sind unsere Zeitzeug*innen: die Ehrenamtlichen Ü 50. Ihre Geschichten und Erfahrungen erzählen sie hier auf der #SPORTEHRENAMT-Seite – schaut immer wieder rein, denn wir recherchieren das ganze Ehrenamtsjahr über.


  • Zeitzeug*innen waren DABEI.
    Kleiner Aufruf mit großer Wirkung: Auf ein kurzes Schreiben hin prasseln die Geschichten von Ehrenamtlern über 50 über #SPORTEHRENAMT herein. Gut so – denn jede Geschichte ist es wert, erzählt zu werden! (Mehr zum Hintergrund)

    „Als wir im Februar die Mitgliedsorganisationen aufgerufen haben, uns Zeitzeugen zu nennen, haben wir nicht mit diesem Rücklauf gerechnet“, lacht Dr. Eva Selic. Die LSB-Vizepräsidentin für Breitensport hatte die spontane Idee zusammen mit LSB-Präsident Stefan Klett, die Basis nach Ehrenamtler*innen zu fragen, die von ihren außergewöhnlichen Erfahrungen im Sport erzählen können und wollen.

    Gemeldet haben sich sowohl Ehrenamtliche selbst oder
    wurden von ihren Mitgliedsorganisationen anerkennend nominiert.

    Eine Übungsleiterin ist dabei, die seit Jahrzehnten – und inzwischen in hohem Alter – immer noch Seepferdchen-Kurse leitet. Ein Surfer, der das Windsurfen olympisch gemacht hat. Ein Vorstand, der die erste inklusive Skifreizeit in NRW organisiert hat. „So viele Geschichten kamen herein. Und wir haben gemerkt, dass wir nicht auswählen können und das auch nicht wollen. Wir wollen jeder und jedem Einzelnen eine Bühne bieten“, so Selic.

    So entstand das Zeitzeugen-Projekt. Über die nächsten Wochen und Monate wird sich eine LSB-Redakteurin mit allen Ehrenamtler*innen unterhalten und sich ihre Geschichte erzählen lassen. Diese Geschichten werden auf der #sportehrenamt-Seite veröffentlicht – manche in Kurzform, manche etwas länger. Vier Geschichten werden mündlich aufgezeichnet: als Podcast nämlich, im Gespräch mit den Kolleg*innen der Stabsstelle Presse und unterstützt durch LSB-Präsident Stefan Klett oder LSB-Vizepräsidentin Eva Selic. Natürlich wird auch die „Wir im Sport“ berichten und vier Geschichten herausstellen. Und zuletzt werden die Storys in einem Magazin gesammelt, das zum Abschluss des Ehrenamts-Jahres JETZT ERST RECHT! erscheinen soll – garniert mit tollen Fotos von früher. „Damit wollen wir nicht nur den Menschen Respekt erweisen, die sich Jahrzehnte ihres Lebens ehrenamtlich engagiert haben, sondern auch deren wertvollen Erfahrungsschatz teilen, von dem der Sport in NRW und wir alle profitieren.“


Erzähl doch mal! Geschichten sind am eindrücklichsten, wenn die Menschen sie selbst erzählen. Unser neuer Podcast lässt vier Ehrenamtliche zu Wort kommen, die in ihrer langen Sport-Geschichte einiges erlebt haben. Freut Euch auf vier Episoden, die wir über das ganze Jahr hinweg produzieren werden.


„Wir sind der erste inklusive Sportverein in Mülheim. Vor 30 Jahren haben wir den ersten inklusiven Skilehrgang durchgeführt. Das war zu der damaligen Zeit nicht so einfach, damals war alles nur separiert. Wir haben auch als erster Verein in Mülheim ein Projekt mit der „Aktion Sorgenkind” [heute „Aktion Mensch“, Anm. d. Red.] gemacht: Daraus ist die erste behindertengerechte Turnhalle in Mülheim entstanden.“

Alfred Beyer | Vorsitzender, Übungsleiter, Jugendwart beim Verein für Bewegungsförderung und Gesundheitssport in Mülheim an der Ruhr.

„Vor über 50 Jahren war der SC Buschhausen ein reiner Männer-Fußballverein. Wir Frauen wollten auch etwas machen – so haben wir die Turngruppe gegründet. Daraus wurde eine ganze Gymnastikabteilung mit inzwischen rund 300 Mitgliedern. Ich leite sie immer noch, gemeinsam mit meiner Stellvertreterin, die ebenfalls Gründungsmitglied ist und so alt wie ich. Der Verein ist ein soziales Geflecht, wir kümmern uns um einander. Das hat mir immer Spaß gemacht.“

Rosemarie Haczkiewicz | Übungsleiterin und Abteilungsleiterin der Gymnastikabteilung des SC Buschhausen 1912, Frauen- sowie Seniorenbeauftragte beim SSB Oberhausen

„Ich habe über 50 Jahre die Lehrgänge im Sportbund Rhein-Kreis Neuss verantwortet. Wir haben viel mit den Schulen zusammengearbeitet: Zum Beispiel haben wir die Gruppenhelfer-Ausbildung in den Schulen installiert – Schulsporthelfer hieß das damals. Wir haben auch Lehrgänge für Grundschullehrerinnen und -lehrer angeboten, ÜL im Breitensport für Grundschulkinder, denn die meisten haben Sport nicht studiert. Hervorragende Leute waren dabei! Zu vielen bestand lange ein enger Kontakt, man hat sich gegenseitig unterstützt und sogar Geräte untereinander ausgeliehen – ich hatte eine ganze Garage voll!
Mein Thema war immer, die Schwächeren im Sport zu unterstützen. Die, die von Zuhause aus Sport treiben, brauchen keine Unterstützung, aber die, die eingeschränkt sind. Ich habe sie angesprochen und zum Sportabzeichen gebracht. Ich habe auch immer viele Kontakte zwischen den Menschen hergestellt.

Michael Bienefeld | Lehrgangsleiter und ehemaliger Vorstand des Sportbundes Rhein-Kreis Neuss


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