Das Zahlenwerk
Wie viel Engagement steckt in unseren Vereinen? Die folgenden Zahlen geben einen Überblick über Umfang, Struktur und Entwicklung des Ehrenamts im Sport.
Illustrationen: © Entwurfswerk & Fotos LSB NRW
Das Sportehrenamt in NRW ist aktiv:
2025 engagieren sich rund 397.000 Ehrenamtliche mit festen Positionen im organisierten Sport.
Rund 5,47 Millionen Mitglieder treiben Sport im Verein – Tendenz steigend. 2025 gibt es in NRW rund 17.360 Vereine – eine abnehmende Entwicklung. Somit bewegen weniger Sportvereine mehr Mitglieder. Etwa 21 Prozent der Vereinsmitglieder engagiert sich freiwillig bei Festen, Fahrdiensten, Renovierungen oder ähnlichem (1.064.040 Freiwillige Helfer*innen).
Insgesamt sind das rund 1,46 Million Menschen – ihre Zahl ist jedoch signifikant rückläufig.
Grundsätzlich verteilt sich das Engagement der festen Ehrenamtlichen in ähnlicher Größenordnung auf Vorstände, Übungsleitungen und Helfer*innen.
Männer investieren mehr Stunden pro Woche, nämlich durchschnittlich rund 4,6 Stunden (Frauen rund 3,3 Stunden).
Je älter die Menschen werden, desto mehr Zeit wenden sie auf: Menschen 60+ schenken dem Ehrenamt durchschnittlich 5,1 Stunden.
Frauen im Ehrenamt
Vorstandspositionen sind zu etwa einem Drittel von Frauen besetzt.
Überhaupt wird das Sportehrenamt weiblicher: Männer bleiben zahlenmäßig zwar in der Mehrheit. Doch der Frauenanteil ist in den letzten 15 Jahren auf aktuell 37,2 Prozent gestiegen.
Übrigens: Auch die Führungen der Mitgliedsorganisationen des Landessportbundes NRW werden langsam, aber stetig weiblicher. Aktuell haben 20 von 132 Mitgliedsorganisationen Präsidentinnen an der Spitze.
Junges Ehrenamt
Das junge Ehrenamt (U30) geht zurück. Auf Vorstandsebene ist der Anteil innerhalb der letzten sechs Jahre um 30 Prozent gesunken, auf Ausführungsebene um 21,6 Prozent. Die Anzahl junger, freiwilliger Helfer*innen ohne festen Ehrenamtsposten sank um 9,5 Prozent.
Herausforderungen und Chancen
Ein durchgängiges Motiv über die Jahre der Erhebungen: Die größte Herausforderung für Sportvereine ist die Besetzung und Nachbesetzung von Vorstands- und Leitungsämtern. Manche Vereine beschreiben dieses Problem sogar als existenziell. Rund jeder fünfte Verein empfindet zudem sehr große Probleme aufgrund der Bindung und Gewinnung von Übungsleiter*innen und TrainerInnen sowie Schieds- und Kampfrichter*innen.
Fun Fact: Eine Position, in der das junge Ehrenamt wächst, ist die Kassenprüfung. Hier verzeichnet das Ehrenamt U30 ein Plus von 5,4 Prozent.
Vereine mit echten Jugendbeteiligungsangeboten haben deutlich höhere Anteile an unter-30-jährigen Ehrenamtlichen — das legt einen praktischen Hebel nahe: Jugendbeteiligung fördern = langfristig mehr junge Ehrenamtliche.
Die Motive für Ehrenamtliche sind indes beinahe unverändert geblieben:
• Etwas für andere tun / Gemeinschaft fördern
• Spaß an der Tätigkeit / Freude am Sport
• Eigenes Wissen und Erfahrungen weitergeben
